K.I.S.S – keep it simple and safe

Da stehe ich also wieder mal vor der Entscheidung: Soll ich das stylische und sicher furchtbar nützliche Fitnessarmband, den Staubsauger-Roboter, der mir vielleicht viel Arbeit spart, das *te Paar Schuhe kaufen – oder lieber nicht? Brauche ich einen Extra-Rechner für das Home-Office oder nehme ich einen für alles? Muss das zweite Handy überhaupt sein?

Besitz verpflichtet – und kostet Zeit

Täglich werden wir verführt, uns den nächsten heißen Schei* zu kaufen, der uns produktiver oder attraktiver machen soll. Was wir dabei gerne vergessen: Jedes Stück in unserem Besitz kostet uns erst einmal Zeit.

  • für Aufräumen
  • für Reinigung
  • für Wartung
  • für Sicherheit (nein, nicht das 10. Paar Schuhe)

Habt Ihr mal überprüft, wie viel Zeit uns die Wartung unserer digitalen Geräte kostet? Die Updates einspielen, das Teil aufladen, einen neuen Akku einlegen? Wenn wir verreisen, dann mit einem Zoo von Ladegeräten und Kabeln. Es lohnt sich wirklich, erst einmal zu prüfen, was unsere vorhandenen Geräte können, bevor wir ein Teil anschaffen, das nur eine Funktion hat, die sie zwar perfekt ausführt, aber vielleicht in einem Ausmaß, das wir garnicht brauchen. Geben wir den Generalisten eine Chance!

Das Smartphone – stark wie ein Großrechner der 80iger Jahre

Unser Smartphone ist so ein Generalist unter den Geräten. Diese Funktionen (und mehr) hat es ab Werk oder mit den geeigneten Apps:

  • Telefonieren
  • SMS verschicken
  • Adressbuch
  • Kalender
  • Videochat mit Skype oder Zoom
  • Wecker
  • Timer (Pomodoro-Technik geht auch damit)
  • Stoppuhr
  • Einfacher Fitness-Tracker (z.B. mit Strava)
  • Notizbuch
  • Diktiergerät
  • Scanner
  • Erinnerungsfunktion
  • Navi
  • Kamera
  • Videokamera
  • Fotosammlung
  • Banking (wenn man sich traut)
  • Bezahlen (dito)
  • Fernseher
  • Radio
  • MP3-Player

Oft reicht es, die eingebauten Funktionen eines Smartphones zu nutzen, statt eine separate Kamera, ein Fitnessarmband, einen MP3-Player zu kaufen. Selbst Profis drehen Videos heute schon mit dem Handy. Mit einer externen Bluetooth-Tastatur läßt es sich sogar ganz entspannt Text erfassen.

Wenn ich auch mit meinem iPhone keinen komplexen Artikel mit Fußnoten schreiben und layouten möchte, so ersetzt es mir doch viele Zusatzgeräte. Das spart nicht nur Geld: Wer sich mit der Bedienung eines neuen Tools vertraut machen muss und dafür erst einmal ein dickes Handbuch oder 300 Seiten PDF wälzen muss, versteht mich! Hier spart eine One-Device-Strategie Lernaufwand, der weit höher liegt als die Gewöhnung an eine spezielle App auf dem Smartphone oder Tablet.

Engpässe

Kein Paradies ohne Schlange: Mobile Geräte glänzen nicht gerade mit Speicherplatz für Daten. Auch die nativen Dateiverwaltungen sind oft suboptimal. Hier helfen Speicherkarten (wenn das Gerät dafür vorbereitet ist) und Datenspeicher in einer Cloud weiter, die auch die Datensicherung übernehmen.

Zeitaufwand und Sicherheit

Je weniger Geräte Du benutzt, desto weniger mußt Du Dich um Aktualisierung von Betriebssystem und Programmen kümmern. Auch wenn Du Dir die Zeit nimmst, regelmäßig auf Updates zu prüfen oder automatische Updates bevorzugst: Manchmal klemmt es, manchmal funktioniert etwas nicht so, wie es vorher war. Und wenn – wie beim aktuellen MacOS X-Update – eine komplette Umstellung auf 64bit-Programme erfolgt, kann es sein, dass Deine Lieblings-App nicht mehr zu brauchen ist. Wie gut, wenn man sich hier nur um ein Gerät kümmern muss.

Das gilt auch für Sicherheitseinstellungen und Virenschutz. Je weniger Geräte Du benutzt, desto genauer kannst Du Dich um die Details kümmern. Das reduziert potenzielle Einfallstore und spart wieder einmal Zeit.

Á propos Sicherheit un Datenschutz: Es muss keine externe Cloud sein: Mit NextCloud lassen sich Termine, Adressen, Bilder und andere Daten auch auf dem eigenen Webserver speichern. Eine App für das iPhone und Android gibt es ebenfalls.

Nachhaltigkeit …

… ist in diesem Zusammenhang auch ein Thema. Wer weniger Geräte kauft, verbraucht erst einmal weniger Ressourcen. Das gilt gerade für die Lust- und Frustkäufe (jaja, schon wieder das 11. Paar Schuhe). Warum muss es für die ersten Versuche mit regelmäßigem Jogging gleich die Fitness-Uhr sein, für die ersten Zeichnungen gleich ein Grafiktablett mit Stift? Testen wir doch erst einmal, ob uns die neue Aktivität überhaupt liegt. Eine App gibt es für alles und jedes. Wenn wir dann wirklich am Ball bleiben und mehr Funktionen brauchen, ist immer noch Zeit, uns mit der passenden Hardware zu belohnen.

Bildnachweis: Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

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