Perfektionismus

Gut ist gut genug – Tun statt Perfektionismus

Willst du auch den perfekten Online-Kurs anbieten? Oder das perfekte Buch schreiben? Das perfekte Produkt auf den Markt bringen? Wenn du jetzt mindestens einmal ja gesagt hast, kannst du hier weiter lesen.

Eigentlich wären wir alle gerne perfekt, würden am liebsten perfekte Leistungen abliefern. Aus Pflichtgefühl oder aus der Überzeugung heraus, dass das perfekte Ergebnis den Erfolg garantiert oder mindestens die Voraussetzung für Erfolg ist. Das kann ganz schön viel Zeit kosten und du weißt immer noch nicht, ob das Ergebnis perfekt ist.

Perfektionismus – kein guter Ratgeber

Perfektionismus, das bedeutet, dass du immer noch mehr machst, als du bisher getan hast. Nichts ist gut genug, um auf die Welt losgelassen zu werden. Dabei kann es sein, dass du Wünsche der Benutzer deines Produkts ungeprüft voraus ahnst. Du vermutest, was dein Chef unter einer perfekten Präsentation versteht. Du siehst voraus, was deine Kunden noch von deinem Produkt erwarten könnten. Wohin führt dich das?

All das verhindert, dass du ins Tun kommst, und dass du echtes Feedback über dein Produkt einsammelst. Du stellst Vermutungen an und arbeitest gleich daran, ihnen nachzukommen. Was dich nicht weiter bringt. Vielleicht handelst du so aus Angst, das Projekt öffentlich zu machen und dich damit der Kritik auszuliefern? Oder es kommt gar nicht so weit und du planst im Voraus schon lange das perfekte Produkt, ohne ins Tun zu kommen. Beides führt zu nichts. Perfektionismus ist kein guter Ratgeber. Geh lieber produktiv vor.

Deine Ansprüche statt Perfektionismus

Frag dich mal: Was sind deine Ansprüche an dich, an das Ergebnis deiner Arbeit? Willst du dafür sorgen, dass deine Präsentation im Stil des Unternehmens gehalten, inhaltlich korrekt und ansprechend ist? Dass sie ihre Arbeit tut und die Chefin wie den Endkunden überzeugt?

Soll dein Produkt eine wichtiges Problem deiner Kunden so lösen, dass sie es kaufen und gerne damit arbeiten?

Das sind deine Werte, auf die du nicht verzichten solltest. Sie sorgen dafür, dass du wirklich gut bist, dass du Qualität lieferst. Damit du aber nicht raten musst, wie deine Zielvorgaben im Detail aussehen, brauchst du valide Informationen und einen verlässlichen Rahmen für dein Projekt.

Informationen statt Perfektionismus

Die gute Nachricht: Gut ist einfach gut genug. Liefere Qualität nach dir bekannten von der Zielgruppe anerkannten Kriterien, aber auch nach deinen Standards. Ohne Verzierungen anzubringen oder Features, die nice to have sind, zu vermuten. Konzentriere dich auf das, was du erreichen willst. Wie du hier weiter kommst: Verschaff dir die Informationen, was im konkreten Fall gut genug ist.

  • Erfahre für jede Aufgabe, was gut genug ist, eine Definition of Done
  • Vorgaben wie Corporate Design und Kunden-Wording für die Präsentation
  • Lastenhefte vom Kunden für das Produkt
  • Budgetrahmen und Zeitrahmen für alles, was du tust.

Valide Daten darüber, was man noch besser machen könnte, erhältst du erst, wenn du dein gutes Projekt abschließt und für Feedback freigibst.

Das goldene Dreieck der Produktivität

Es gibt ein gutes Hilfsmittel, um dich bei der Umsetzung auf Kurs zu halten: Die drei Dimensionen eines Projekts, von denen immer nur zwei erfüllt werden können:

  1. Features bzw. Qualität
  2. Zeit
  3. Kosten

Das besagt im Detail:

  • Wenn du eine hohe Qualität und Extra-Features in kurzer Zeit umsetzen sollst, steigen die Kosten
  • Wenn du eine hohe Qualität und Extra-Features möglichst günstig umsetzen sollst, dauert es etwas länger
  • Wenn die ein Projekt kostengünstig und schnell umsetzen sollst, bleibt kein Raum für Extras

Gerade wenn du mit einem neuen virtuellen Produkt, z.B. einem Online-Kurs oder deinem eigenen YouTube-Kanal auf den Markt willst, solltest du den dritten Weg wählen, um schnell an den Start zu kommen und reales Feedback einzusammeln. Denn hier ist die Chance am größten, dass du immer noch etwas verbessern willst: Die Präsentationsfolien, den Hintergrund, die Ausleuchtung, dein Outfit. Oder dass du gleich zu Anfang glaubst, ohne teures Equipment einfach nicht loslegen zu können. Schau dir dazu am besten Martina Blochs Video an und lass dich motivieren, mit gutem Content, den deine Zielgruppe braucht, ohne Effekthascherei und zielgerichtet zu starten. Besser authentisch als verkünstelt, besser jetzt als zu spät!

Klein und unperfekt starten

Wenn du eine zündende Idee hast, aber noch nicht weißt, ob du Kunden dafür findest: Fang doch einfach klein an mit einem MVP, Minimal Viable Product. Du stellst die Idee deiner angedachten Zielgruppe auf die einfachste, kostengünstigste und schnellste Weise vor, die möglich ist. Das kann eine erste Umfrage zu deinem Thema auf Facebook oder mit SurveyMonkey sein, oder ein kurzes Webinar. Hauptsache, du kennst deine mögliche Zielgruppe und weißt, wo sie sich aufhält. So kannst du in einer frühen Phase schon Feedback bekommen und erfahren, welche Features dein Produkt wirklich braucht. Du bist dann nicht mehr nur auf Vermutungen angewiesen und kannst deine Zeit und Energie gezielt in die Aufgaben stecken, die dein Produkt erfüllen muss, um beim Kunden anzukommen. Das ist zwar keine Garantie für Erfolg, aber du entkommst der ungezielten Perfektionismus-Falle.

Das ist wahre Produktivität: Mit guten Produkten auftreten und reales Feedback einsammeln, um dann noch besser zu werden. In diesem Sinne: Nur Mut zum Start!

Bild: nandhukumar auf Pixabay

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