Mach es gleich richtig

Mach es gleich – und gleich richtig!

Hier habe ich eben mein Jahresmotto 2022 rausgelassen! Dieser Leitspruch begleitet mich die nächsten 12 Monate und zeigt schon die ersten erstaunlichen Effekte für meine Produktivität. Warum das funktioniert (und auch für dich funktionieren wird) zeige ich dir hier.

Mein Motto hat eigentlich drei Teile, die drei Aspekte meines Tuns betreffen. Im Detail sind das:

  1. Mach es gleich
  2. Mach es gleich richtig
  3. Mach es gleich – und richtig!

1. Mach es gleich – und nicht erst später

Täglich stoßen wir auf lästige, unangenehme Aufgaben oder auf solchen, die wir nicht gerade jetzt tun wollen. Egal, ob sie zufällig hereinschneien (Anrufe, Mails, …) oder wir sie selbst auf unsere ToDo-Liste geschrieben haben.

Leider sind viele von ihnen wichtig für unser berufliches und privates Leben oder dienen der Etablierung einer Gewohnheit, die es unterstützt. Wir würden sie ja erledigen, aber muss das gerade jetzt sein?

In uns allen wohnt dann auch so ein kleiner Buchhalter, der immer immer im Blick behält:

  • Was bekomme ich eigentlich für das, was ich jetzt tun soll?
  • Ist das Ergebnis, ist die Belohnung es wert, dass ich es auch gerade jetzt tue?
  • Oder kommt diese Belohnung erst so spät, dass sie mich nicht überzeugt, gleich aktiv zu werden?
  • Statt etwas anderes zu tun, das ich lieber mag :)

Kommt der Buchhalter in uns zum Ergebnis, dass die Belohnung im Moment für das Tun weniger attraktiv ist als für das Nicht-Tun, entscheiden wir uns meist für eine anziehendere Aktivität, die uns gleich eine Belohnung verspricht. Egal, wie viel größer das Ergebnis später ausfallen würde, wenn wir uns an die eigentliche Arbeit machen. Zum Beispiel:

  • Beim Heimkommen die Klamotten in die Ecke werfen und dann entspannt aufs Sofa sinken statt erst einmal aufzuräumen, damit für morgen alles an seinem Platz ist.
  • Fernseher einschalten und chillen statt Sport zu machen und an seiner Fitness zu arbeiten.
  • Insta checken statt zuerst wichtige E-Mails zu beantworten.
  • Auf Kundenbeschwerden nicht zeitnah reagieren, sondern sie lieber verschieben, weil man Sorge hat, der Kunde konfrontiert einen mit unangenehmen Wahrheiten.
  • Recherche für einen Blogartikel betreiben statt die Aufträge abzuarbeiten, die das Geld hereinbringen.

Was also jetzt tun?

Woran merke ich, dass es gleich sein muss?

Ich rede hier nicht der Sprunghaftigkeit das Wort. Es bringt nichts, auf jede Anregung, Anforderung, jede Idee zu reagieren. Alles, was einem so vor die Füße fällt, gleich zu erledigen. Das lenkt uns einfach von den wichtigen Dingen ab. Oft ist auch ein Anruf, eine E-Mail zwar wichtig, muss aber nicht sofort beantwortet werden. Nein, hier geht es um das, was wir nicht gerne erledigen, obwohl er getan werden muss. Für uns, für das, was wir erreichen wollen.

Wenn wir also wieder einmal vor der Frage stehen, ob es jetzt gleich sein muss – untersuche die Lage:

  • Wenn du eine Gewohnheit (Ordnung daheim, Sport am Abend) aufbauen willst, musst du gleich aktiv werden. Also weg mit den Klamotten in den Schrank, den Schuhen ins Regal. Und ab auf die Piste!
    Denn: Einmal aussetzen ist kein Problem, aber macht es dir schwerer, die unterbrochene Gewohnheit morgen wieder aufzunehmen.
  • Wenn es einfach eine Sache ist, die du nie gerne tust, obwohl von ihr das Wohl deines Unternehmens oder deines Privatlebens abhängt: Pack es einfach an! Eat that frog first = schluck die Kröte gleich jetzt. Die Sache wird nicht schöner, aber wenn du sie hinter dir hast, kann der Tag nur besser werden.

Mein Extra-Tipp: Die 2-Minuten-Regel! Wenn es wirklich nur Kleinkram ist, der kaum Zeit beansprucht, dann mach es einfach. Gleich jetzt. Vertröste dein Kind nicht auf später, wenn es nur eine kurze Umarmung braucht. Leite die E-Mail gleich an den Kollegen weiter, der sie erwartet. Und räum deinen Schreibtisch abend schnell auf, denn morgen früh freust du dich über einen unbeschwerten Neustart in den Tag.

2. Mach es gleich richtig

Meister Yoda sagt: „Tu es oder tu es nicht – es gibt kein Versuchen.“ Sobald du dich entschieden hast, etwas zu tun, dann mach es gleich mit deinem vollen Einsatz. Oder Commitment, wie man heute gerne sagt. Übernimm die Verantwortung für dein Tun und mach die Aufgabe zu deiner persönlichen Sache.

Da ist zum Beispiel dieser Auftrag, den du angenommen hast, obwohl er dich über deine Routine, deine Erfahrungen hinaus führt. Eine echte Herausforderung!

Getan werden muss er sowieso. Also stell dich dieser Herausforderung, indem du die Verantwortung für sein Gelingen voll übernimmst.

Dein Vorteil:

  • Du bist jetzt am Zug und hast die Kontrolle über deine Aktionen.
  • Und du versinkst nicht in Selbstmitleid: „Hätte ich doch besser nicht …“
  • Du hast die hier Chance, dein volles Potenzial auszuleben und zu wachsen.

Wer sich für eine Sache mit guten Gründen entscheidet und sie dann aktiv angeht, hat die besten Chancen auf ihr Gelingen auf seiner Seite.

Und Vorsicht: Es gleich richtig machen bedeutet auch, die Aufgabe möglichst in einem Stück zu erledigen und nicht nach der Hälfte liegen zu lassen mit dem guten Gefühle, schon IRGENDETWAS dafür getan zu haben. Für später, wenn man weniger Angst und mehr Lust dazu hat. Das bringt nur Nachteile, denn später hat man genauso wenig Lust dazu, die Sache wieder anzugehen, es kostet einen neuen Kraftakt, wieder anzufangen. Und der Zeigarnik-Effekt führt dazu, dass diese nicht abgeschlossene Aufgabe dir immer im Kopf herumspukt, dich stört.

Wenn du nicht auf die Pomodoro-Technik zurückgreifen musst, um mit einem kleinen ersten Schritt überhaupt in die Gänge zu kommen, reserviere dir lieber schon vorher einen passenden Zeitraum, um alles auf einmal zu erledigen.

3. Mach es gleich – und richtig

Wer billig kauft, kauft zweimal. Wir alle haben schon einmal das spontan gekaufte 3-Euro-Shirt nach der ersten Wäsche weggeworfen, weil es eingelaufen ist. In einem Meeting falsche Entscheidungen getroffen oder zu viel Zeit verbracht, weil wir nicht vorbereitet waren. Oder den ungeeigneten Dienstleister beauftragt, die Texte für unseren Kunden zu schreiben. Das war verschwendetes Geld oder verschwendete Zeit. Alles, was unserer Produktivität schadet. Oder das Ergebnis für unsere Kunden entwertet.

Mit etwas Nachdenken können wir es gleich und auch gleich auf die richtige Weise machen.

  • Erst überlegen, ob wir das T-Shirt brauchen – und dann bessere Qualität kaufen.
  • Nie ohne Agenda und Vorbereitung in ein Meeting gehen.
  • Die Texterin für unseren Kunden beauftragen, die sich mit seiner Branche wirklich auskennt.

Das bedeutet nicht nur, dass du dir durch Nachdenken Klarheit verschaffst. Im besten Fall dokumentierst du so gewonnene Informationen auch für später.

  • Wo bekommst du ein Shirt, das deine Zwecke erfüllt und im Preis passt?
  • Wie sieht das übliche Schema für eine Meeting-Agenda aus?
  • Welche branchenerfahrenen Texterinnen hast du in deiner Adressliste oder wo bekommst du sie her?

Die Zeit, die du in Recherche, Klärung des Sachverhalts und Dokumentation deiner Erfahrungen steckst, scheint erst einmal verloren. Doch eigentlich ist sie die Grundlage für dein persönliches Qualitätsmanagement, deine Produktivität. Damit du das Rad nicht immer neu erfinden musst.

Ich entwickle seit über 20 Jahren Websites und kenne den Schwachpunkt der Programmierer aus eigener Erfahrung: Niemand dokumentiert gerne, was er getan hat, auch wenn sich diese Aufzeichnungen später einmal als nützlich erweisen werden. Wer es aber gleich und gleich richtig machen will, braucht Dokumentation von Prozessen und ein aktives Wissensmanagement. Das sind Investitionen in Qualität und Zukunft.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein erfolgreiches Jahr 2022. Und was immer du tun willst: Mach es gleich – und am besten auch richtig.

Bild: nattanan23

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