Laufen, Joggen

Du fängst mit dem Laufen an? So hältst Du durch!

Ein Vorsatz zum neuen Jahr, ein Gespräch mit dem erfolgreichen Kollegen, der es schon immer getan hat, ein Blick auf die Waage: Alles kann der erste Schritt zu Deinem Entschluss sein, mit dem Laufen (Joggen oder Walken) anzufangen. Mein Auslöser war der Wunsch, fit zu sein für mein Unternehmen, meine Kunden, meine neuen Produkte. Also habe ich einfach so mitten im Jahr angefangen, morgens auf die Piste zu gehen. Ich laufe in den Sonnenaufgang!

So funktioniert es wirklich!

Das ist jetzt 3 Wochen gut gelaufen. Hand aufs Herz: Ich habe nur zweimal meine Verabredung mit mir selbst geschwänzt (Muskelkater, verschlafen). Was ich für mein Projekt „Lauf am Morgen 4 km“ mitgenommen habe?

  • Notiere wirklich eine Verabredung mit Dir selbst in Deinem Kalender. Wenigstens am Anfang. Sobald sich Dein Lauftermin als Gewohnheit etabliert hat, brauchst Du das nicht mehr. Gewohnheiten entlasten Dich vom Zwang, Dich immer wieder neu entscheiden oder gar überwinden zu müssen. Lass Deinen Morgenlauf also zur Gewohnheit werden.
  • Nimm Dir nicht zu viel vor. Es muss nicht gleich ein Halbmarathon sein. Kleine Schritte (buchstäblich!) lassen sich besser umsetzen als der große Plan. Wenn Du noch nicht so ganz überzeugt bist, dass Dir der morgendliche Lauf wirklich ein Bedürfnis ist, überliste den inneren Schweinehund mit diesem Trick:
    Zieh am ersten Tag nur Deine Laufschuhe an und wieder aus. Am zweiten Tag darfst Du schon mal aus der Tür nach dem Wetter schauen. Spätestens am dritten Morgen willst Du endlich loslaufen – erlaubt sind leider nur 5 Minuten. Mit dieser Salamitaktik überzeugst Du Dich, dass Du kein Problem damit hast, diesen Termin für Dein Ziel einzuhalten. Die Ungeduld, endlich ins Tun zu kommen, steigt und der erste „richtige“ Lauf fühlt sich an wie der erste Erfolg. Und das ist er auch.
  • Du brauchst keine extravagante Ausrüstung. Lauf einfach los (Achtung – wenn Du nicht gesund oder ein älteres Semester bist: Ein Besuch beim Sportarzt oder eine Vorsorgeuntersuchung sind Dein Freund). Anders als man meint motiviert das neue Fitness-Armband nicht, auf Dauer durchzuhalten. Solltest Du bald feststellen, dass Dein persönliches Fitnessprogramm sich doch besser im Hallenbad abspielt, hast Du Geld gespart und kein unnützes Teil bei Dir herumliegen.

Finde Dein eigenes Tempo

Wer unsicher ist, was er sich wirklich zumuten will oder kann, sollte auch beim Tempo oder dem Laufstil klein anfangen und experimentieren. Ich habe mit strammem Walking losgelegt und immer mehr Jogging-Einlagen eingebaut. Es hat sich gut angefühlt und ließ sich weiter steigern. Das muss aber nicht für jede passen.

Vielleicht ist aber Nordic Walking eher Dein Ding. Dann starte damit und schaut, ob Du dabei bleiben willst. Hauptsache, der Außeneinsatz mehrmals in der Woche wird zu einer Gewohnheit, die Du nicht mehr missen willst. Horche also in Dich hinein, finde Dein Tempo, Deine Sportart, die Dir am besten hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden und aktiv zu werden.

Motivation ist alles!

Morgens auf die Piste gehen, wenn alle anderen noch schlafen oder ihren ersten Kaffee schlürfen: Warum machst Du das? Diese Frage solltest Du Dir schon vor dem Beginn Deiner neuen Gewohnheit klar beantwortet haben. Je eindeutiger und überzeugender diese Antwort für Dich ganz persönlich ausfällt, desto leichter fällt es Dir, nach der ersten Begeisterung (oder nach den ersten Problemen) dran zu bleiben, weiter zu machen.

Jeder Mensch füllt in seinem Leben mehrere Rollen zur selben Zeit aus: Du bist Fachfrau in Deinem Gebiet, Vater oder Mutter, Unternehmer oder Angestellte, Hobby-Fotograf oder Mitglied in einer Partei, Genußmensch oder Reisender. In jeder Rolle hast Du Dinge, die Dich antreiben, Dinge, die Du tun, erleben, erreichen willst. Frag Dich also, was Deine neue Gewohnheit für eine oder mehrere Deiner Rollen bringt. Warum und wofür willst Du regelmäßig laufen?

Vielleicht willst Du so fit werden, dass Du auch anspruchsvollere Wanderungen mitmachen kannst? Oder Du möchtest etwas für Dein Aussehen, Deine Attraktivität tun? Du suchst den Kontakt zu einer Gruppe Gleichgesinnter, die einem gesunden Hobby nachgehen? Oder Du willst Fürsorge für Dich selbst mit einer kreativen Auszeit verbinden, bei der Dich keiner stören kann, weil Du mal eben nicht erreichbar bist.

Je genauer Du die Antwort auf diese Fragen kennst, desto besser stehen die Chancen, dass Du langfristig Deinen Rhythmus findest und weitermachst. Zur weiteren Unterstützung suchst Du Dir am besten das, was Deine persönliche Motivation verstärkt.

  • Du willst mit anderen gemeinsam laufen? Das kann bei einem Lauftreff sein, den Du über Portale wie nebenan.de, die örtliche VHS oder über Facebook findest oder organisierst. Schau auch einmal auf dem Schwarzen Brett Deines Supermarkts nach.
  • Du bist leistungsorientiert und möchtest Deine Erfolge messen? Eine Lauf-App wie Strava zeigt Dir, wie lange, wie weit und mit welchem Tempo Du gelaufen bist.
  • Es geht noch einfacher mit einer App, die Deine neuen Gewohnheiten trackt und Dir zeigt, dass Du am Ball geblieben bist (z.B. Momentum)
  • Du läufst für eine kreative Auszeit? Sprich Deine Ideen unterwegs auf Dein Smartphone (Sprachmemo) oder merke sie Dir mit der Loci-Methode. So trägst Du Deine „Ausbeute“ nach hause.

Gönne Dir einen Übergang

Du kommst vom Laufen zurück und spürst, wie die Endorphine durch Deinen Körper sausen. Jetzt fällt es schwer, gleich zu einer anderen konzentrierten Tätigkeit überzugehen. Schaffe Dir also am besten ein Übergangsritual für den Eintritt in Deinen produktiven Morgen:

  • trink Kaffee oder frühstücke ausgiebig
  • lass Deinen Lauf in einer kurzen medidativen Ruhephase ausklingen
  • duschen ist auch nicht schlecht 😉
  • schreib die Gedanken nieder, die Du während des Laufens hattest

Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Morgenlauf!

Bildnachweis: Bild von StockSnap auf Pixabay

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